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Generative KI in der Berufsbildung: Chancen, Herausforderungen und die Rolle der Portfolioarbeit

Die rasante Entwicklung generativer Künstlicher Intelligenz (GenKI) verändert die Arbeitswelt grundlegend. Bildungsinstitutionen stehen vor der Herausforderung, sich aktiv auf diesen Wandel einzustellen, um relevante Kompetenzen zu vermitteln und KI-Potenziale optimal zu nutzen. Besonders die Portfolioarbeit, insbesondere in Form von E-Portfolios, bietet wertvolle Möglichkeiten zur Kompetenzentwicklung in der Berufsbildung. Sie ermöglicht es Lernenden, ihre berufliche Entwicklung gezielt zu reflektieren und zu dokumentieren.

 

Generative KI als Teil von «New Work»

Die Arbeitswelt erlebt durch GenKI und smarte Assistenzsysteme einen tiefgreifenden Wandel. Konzepte wie «Human-Robot Collaboration» und «Industrie 5.0» gewinnen an Bedeutung. Studien zeigen, dass viele Fachkräfte bereits KI-gestützte Werkzeuge wie ChatGPT nutzen, oft jedoch im Verborgenen, da Unsicherheiten zur rechtlichen Zulässigkeit bestehen. Die Integration von KI in den Arbeitsalltag wird sich weiter intensivieren, insbesondere durch Systeme wie Microsoft 365 Copilot.

SCIL fasst diesen Wandel treffend zusammen: «Unsere Arbeits- und Lernwelten verändern sich, und die Zusammenarbeit mit smarten Maschinen wird zum neuen Normal.»

Erforderliche Kompetenzen für die Zusammenarbeit mit KI

Eine erfolgreiche Kooperation mit KI-Assistenzsystemen erfordert spezifische Kompetenzen:

  • Transformationskompetenz: Anpassungsfähigkeit an neue Technologien und Arbeitsweisen
  • Grundwissen über KI: Verstehen der Funktionsweisen, Besonderheiten und Limitationen von Large Language Models (LLMs)
  • Gestaltung des Kooperationsprozesses: Effektive Nutzung von KI-Werkzeugen in verschiedenen Kontexten
  • Sensibilität für ethische Herausforderungen: Datenschutz, Fairness und Transparenz im KI-Einsatz

SCIL betont: «Damit die Zusammenarbeit mit smarten Assistenzsystemen erfolgreich ist, müssen einige Voraussetzungen gegeben sein.»

Anpassungen in der Bildungslandschaft

Um KI sinnvoll in Lehr- und Lernprozesse zu integrieren, sollten Bildungsinstitutionen die folgenden Maßnahmen ergreifen:

  • KI als festen Bestandteil der Lern- und Arbeitswelt anerkennen
  • Lehr- und Lernformate anpassen: Neue Prüfungsformate und Kompetenznachweise entwickeln
  • KI-Kompetenzen bei Lehrenden und Lernenden aufbauen
  • Technische Lernarchitekturen erweitern: KI-gestützte Lernumgebungen integrieren

«Smarte Assistenzsysteme auf der Grundlage von generativer KI müssen als integraler Bestandteil von Arbeits- und Lernwelten verstanden werden.» (SCIL)

KI ist nicht fehlerfrei – ein bewusster Umgang ist erforderlich

Generative KI arbeitet mit Wahrscheinlichkeiten und liefert nicht zwingend faktenbasierte Ergebnisse. Nutzer:innen müssen daher lernen,:

  • geeignete Einsatzfelder für KI zu identifizieren,
  • die Qualität der generierten Inhalte zu bewerten, und
  • kritisch zu hinterfragen, welche Ergebnisse KI-Systeme liefern.

«Aktuell verfügbare Assistenzsysteme wie ChatGPT/GPT-4 sind nicht dafür optimiert, korrekte Ausgaben zu liefern, sondern solche, die von Menschen gut bewertet werden würden.» (SCIL)

KI-Integration in der Berufsbildung – Erfahrungsbericht

ICT-Berufsbildung Schweiz dokumentiert die Anwendung von KI in der höheren Berufsbildung und bietet wertvolle Einblicke in:

  • Anwendungsfälle und Herausforderungen,
  • Lösungen und Best Practices, sowie
  • Maßnahmen zur Förderung der Akzeptanz von KI in der Bildung.

«ICT-Berufsbildung Schweiz erstellt einen umfassenden Erfahrungsbericht zur Integration und Anwendung von KI in der höheren Berufsbildung.»

Portfolioarbeit als Brücke zwischen Theorie und Praxis

Portfolioarbeit unterstützt individuelle Lernprozesse durch Reflexion und Dokumentation. Besonders E-Portfolios haben das Potenzial, eine lernortübergreifende Reflexion zu ermöglichen und das klassische Berichtsheft in der dualen Ausbildung zu erweitern.

«In der beruflichen Bildung erhält das Portfoliokonzept bisher wenig Aufmerksamkeit, obwohl es geeignet erscheint, individuelle Bildungsverläufe zu unterstützen.» (Elsholz & Knutzen)

Zyklischer Entwicklungsprozess von E-Portfolios

Damit E-Portfolios erfolgreich in die Berufsbildung integriert werden können, sollte ein iterativer Entwicklungsansatz verfolgt werden:

  • Verzahnung von Theorie und Praxis
  • Kontinuierliche Evaluation und Optimierung
  • Anpassung an sich verändernde Bildungsanforderungen

«Die Entwicklung und Erprobung des E-Portfolios folgt einem zyklischen Vorgehen, bei dem sich theoretische Bezüge und praktische Umsetzungsschritte wechselseitig ablösen.» (Elsholz & Knutzen)

Fazit

Die Integration generativer KI in die Berufsbildung erfordert gezielte Anpassungen in Lehr- und Lernprozessen. Neben dem Erwerb von KI-Kompetenzen für Lehrende und Lernende spielt die Portfolioarbeit eine zentrale Rolle, um berufsbiografische Gestaltungskompetenz zu fördern. Nur durch eine enge Verzahnung von Theorie und Praxis sowie eine iterative Entwicklung von Lehrkonzepten kann KI erfolgreich in die Bildungslandschaft integriert werden.

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