Immer wieder werde ich gefragt: Kann Canva als Plattform für Portfolioarbeiten und Reflexionen genutzt werden? Meine Antwort ist eindeutig: NEIN. Hier sind die Gründe, warum Canva für diesen Zweck nicht geeignet ist, insbesondere im schulischen Kontext.
1. Datenschutz und Datensicherheit
Canva ist ein Design-Tool mit vielen kreativen Möglichkeiten, aber es speichert Daten auf Servern ausserhalb der Schweiz, oft in den USA oder anderen Drittländern. Damit gelten nicht die strengen Datenschutzrichtlinien, die für Bildungsinstitutionen in der Schweiz erforderlich sind. Educas Empfehlungen zu Datenschutz und Datensicherheit raten explizit dazu, Systeme einzusetzen, die Datensouveränität gewährleisten. Lehrpersonen und Schulen haben bei Canva keine Kontrolle über die Speicherung und Nutzung der Daten ihrer Lernenden.
2. Canva ist nicht für didaktische Reflexionen gemacht
Ein Portfolio soll nicht nur schön gestaltet sein, sondern vor allem einen Reflexionsprozess dokumentieren und begleiten. Canva bietet jedoch keine Funktionen für strukturierte Rückmeldungen, Versionskontrolle oder langfristige Speicherung von Lernprozessen. Für nachhaltige Portfolioarbeit braucht es didaktisch sinnvolle Werkzeuge.
3. Was sind bessere Alternativen?
Statt Canva gibt es verschiedene Plattformen, die sich speziell für Reflexionen und Portfolioarbeiten eignen:
- Mahara – ein professionelles ePortfolio-System, das auch von educa als geeignete Plattform für den Bildungsbereich empfohlen wird.
- Moodle mit ePortfolio-Plugins – ideal für Schulen, die bereits Moodle nutzen.
- Microsoft OneNote oder Word (in einer schulischen MS-365-Umgebung) – sofern datenschutzkonform eingerichtet.
Portfolioarbeit ist mehr als nur ein schönes Design – es geht um Reflexion, Prozessdokumentation und langfristige Entwicklung. Die Wahl der richtigen Plattform ist entscheidend, um die Privatsphäre der Lernenden zu schützen und eine nachhaltige Nutzung zu gewährleisten.
